Auf vielfachen Wunsch ist hier nun die neue Rubrik über dekorative Kosmetik
entstanden. In der Tat macht es wenig Sinn, viel Arbeit und Sorgfalt auf das Selbermachen
von Cremes zu verwenden, um sich dann zum Abschluss wieder die Chemie ins Gesicht
zu schmieren, wenn es ans Schminken geht.
Die Pigmentpaste wird aus der Pigmentmischung hergestellt und ist universelle
Grundlage für für sämtliche Make-Ups, Tönungscremes und Abdeckstifte.
Da sie fertig gerührt nicht mehr lieferbar ist, muss man sich diese nun (wieder)
selber herstellen. Dies hat allerdings den Vorteil, dass man den Farbton von Anfang
an exakt selber bestimmen kann. Außerdem ist es gar nicht so kompliziert,
wenn man sich an das folgende Rezept hält.
Wenn man Pigmente direkt in eine Cremegrundlage geben würde, müsste
man diese im Mörser gemeinsam verreiben, was recht "reinigungsintensiv" und
zeitaufwendig ist. Daher lohnt es sich, die Pigmentpaste auf Vorrat herzustellen
und dann je nach Bedarf zu verwenden.
Herstellung der Pigmentpaste aus der Pigmentmischung
Diese Pigmentpaste eignet sich für getönte Tagescremes und transparente
Make-Ups
Ceralan und Fluid
Lecithin Super in ein kleines Becherglas geben und auf der Herdplatte auflösen.
Pigmentmischung hinzufügen
und alles gut vermischen, bis sich eine homogene Masse bildet.
Erst dann das Jojobaöl hinzufügen
und alles sehr gut (am Besten mit Rührgerät, bzw. Milchaufschäumer)
verrühren, bis die Masse wieder homogen ist. Dies kann eine Weile dauern,
aber Sorgfalt lohnt sich hier, da davon das Ergebnis der folgenden Erzeugnisse
abhängt.
Diese Paste wird dann in die Fettphase der Make-Up Grundlage gegeben.
Tipp: Die Paste hält im Kühlschrank mindestens 1 Jahr, da das verwendete Jojobaöl nicht ranzig wird. Bei Verwendung von anderen Ölen wird sich diese Zeit reduzieren. Man kann dann aber mit Vitamin E konservieren.
Man kann natürlich auch die jeweils benötigte Pigmentpaste jeweils frisch anrühren und dann die Zutaten der Fettphase dort hinein geben. Dies hat den Vorteil, dass man keine Verluste durch das Umfüllen hat.
Deckende Pigmentpaste
Für Deckendes Make-Up und Abdeckstifte braucht man eine deckendere Mischung. Dies erreicht man durch Hinzugabe von Titanoxid, dem weißen Bestandteil der Pigmentmischung. Je mehr Titanoxid man verwendet, desto deckender wird die Mischung.
Die Verarbeitung erfolgt, wie oben. Allerdings sollte man die Pigmentmischung und das Titanoxid zuvor gründlich vermischen.
Tipp: Pulver bzw. Pigmente kann man sehr gut in einer verschlossenen Plastiktüte vermischen. Aber auch im Mörser oder einfach nur mit einem Glasrührstab im Becherglas vermischen sich die Pigmente gut.
Für die Fettphase Cetylalkohol im Öl lösen, danach Emulsan darin lösen und die Pigmentpaste hinzugeben. Wasser auf 65-68 °C erhitzen und Wasser unter ständigem Rühren in Fettphase einrühren. Bei Handwärme die weiteren Zusatzstoffe hinzufügen.
Wichtig! Die Getönte Tagescreme hält sich ohne Paraben K ungekühlt nur ca. 2-3 Wochen. Gekühlt hält sie sich etwas länger. Daher sollten größere Mengen auf jeden Fall zusätzlich mit Paraben K konserviert werden. Die geringere Haltbarkeit hängt mit den Pigmenten zusammen.
Tipp: Bei dieser Creme sollte man auf jeden Fall auch mit Grapefruitkernextrakt konservieren. Dieser setzt den PH Wert des Make Ups, der durch die basische Pigmentpaste erhöht wurde, wieder ins Gleichgewicht.
Normalerweise wird eine Creme nach Hinzufügen des Grapefruitkernextrakts kurzfristig etwas instabil, was sich jedoch durch kräftiges Rühren wieder rückgängig machen lässt. Beim Make-Up ist es genau umgekehrt. Die Creme ist wegen der Pigmente direkt nach dem Abkühlen nicht sehr stabil, eher etwas ranzig. Durch den Grapefruitkernextrakt und intensives Rühren erhält die Creme eine sehr geschmeidige und homogene Konsistenz.
Tipp: Durch die Maisstärke
wird das Make-Up deckender und lässt die Haut matter erscheinen. Daher
ist es besonders gut für fettige Haut geeignet. Wer das Make-Up nicht
so deckend haben möchte, lässt die Maisstärke einfach weg.
Maisstärke ist übrigens das ganz normale Stärkemehl, das in
(fast) jeder Küche zum Binden von Saucen oder als Kuchenzutat zu finden
ist.
Was gibt es da besser, als eine nach individuellen Bedürfnissen getönte Tagescreme, die den Teint etwas auffrischt. Zwar ist das Rezept wegen der zuvor herzustellenden Pigmentpaste nicht ganz einfach, aber die Mühe lohnt sich.
Diese Creme ist sehr reichhaltig und besonders für reife oder trockene Haut geeignet. Ein vorheriges Eincremen ist nicht nötig.
Für die Fettphase Emulsan im Jojobaöl schmelzen, danach Fluid Lecithin Super (oder CM) und
Shea Butter darin lösen und die Pigmentpaste hinzugeben. Wasser auf 65-68 °C erhitzen und Wasser unter ständigem Rühren in Fettphase einrühren. Bei Handwärme die weiteren Zusatzstoffe hinzufügen.
Im Übrigen gilt das zum deckenden Make-Up Ausgeführte.
Wichtig! Die getönte Tagescreme hält
sich ohne Paraben K ungekühlt
nur ca. 2-3 Wochen. Gekühlt hält sie sich etwas länger. Daher
sollten größere Mengen auf jeden Fall zusätzlich mit Paraben
K konserviert werden. Die geringere Haltbarkeit hängt mit den Pigmenten
zusammen.
Tipp: Natürlich können in diese Creme noch weitere Wirkstoffe eingerührt werden. Dann muss aber die Wasserphase entsprechend reduziert werden.
Individuelle Getönte Tagescreme
Da gerade die Tagescreme meistens genau auf den Hauttyp abgestimmt ist, ist es sinnvoll, sich einfach an ein bewährtes Rezept zu halten. Es ist ganz einfach, dies entsprechend abzuwandeln. Allerdings sollte man zur Sicherheit trotzdem erst mal nur eine kleine Menge testen.
Auf 100 % Creme kommen ca. 10 % Pigmentpaste. Bei einer Ausgangscreme von 50 g fügt man also ca. 5 g Pigmentpaste hinzu. Dann muss der Wasserphasenanteil entsprechend erhöht werden. Dazu ausrechnen, wie hoch der prozentuale Anteil des Wassers zur Fettphase ist und die Wasserphase um den Anteil, den die Pigmentpaste ausmacht, erhöhen. - Ohne Beispiel ist das wohl kaum verständlich:
Die Pigmentpaste entspricht 10% der Gesamtmenge (50 g), was 1/4 der gesamten Fettphase
entspricht (20 g : 5 g =4).
Demnach muss auch die Wasserphase um 1/4 erhöht werden, also um 7,5 g (es
gehen natürlich auch 8 g).
Tipp: Wem das zu umständlich ist, der kann einfach einen kleinen Schuss Wasser hinzugeben, was allerdings ein gewisses Risiko birgt, dass die Creme nicht ganz so wird, wie gewünscht.
Der krönende Abschluss eines Make Ups sind Puder, Rouge und Lidschatten. Diese
können sehr kostengünstig und insbesondere ganz nach dem individuellen Geschmack
hergestellt werden. Die meisten Farben sind auch mit unbedenklichen Pigmenten
möglich.
Gesichtspuder lässt sich leicht herstellen. Allerdings kommt man hier um
das Verreiben der Pigmente und des Öls im Mörser nicht herum. Aber die
Mühe lohnt sich, weil man auf diese Weise ein sehr gut haftendes Puder ohne
unnötige Zusatzstoffe erhält. Weiterer Vorteil: es enthält keine
Konservierungsstoffe.
Bei der Puderherstellung hat sich Talkum (gemahlener Speckstein) besonders bewährt. Magnesiumstearat dient dazu, dass der Puder besser auf der Haut haftet.
Die ersten vier Zutaten in einer verschlossenen Tüte oder in einem verschließbaren
Schraubdeckelglas gut mischen. Dann Jojobaöl und Rosenöl in einem Mörser
gut vermischen. Nach und nach zum Jojobaöl
ein wenig Pudermischung hinzufügen und immer gut vermischen. Sobald sich
ein Brei gebildet hat, wieder Pudermischung hinzufügen, bis diese ganz verbraucht
ist und ein loser Puder entstanden ist.
Wenn alles gut vermischt ist, wird der fertige Puder in ein Cremetöpfchen
gefüllt und mit der Löffelunterseite festgedrückt. Aufgetragen
wird er mit einem Kosmetikpinsel. Man kann ihn auch als losen Puder verwenden.
Tipp: Dieser Puder kann als Grundlage für Rouge und Liedschatten verwendet werden. Dies spart Zeit
Am Einfachsten kann man einen Lidschatten herstellen, in dem man Perlglanzpigmente
in die Pudermischung mischt.
Dazu die Pigmentmischung
teilweise durch die Perlglanzpigmente
ersetzen. Hier kommt es nun stark auf den persönlichen Geschmack an. Wenn
der Ton eher warm sein soll, dann empfiehlt es sich, etwas mehr , oder Pigmentmischung
vielleicht auch Pigment Ocker
beizugeben. Kühlere Töne werden mit Titandioxid
erzielt.
Tipp: Es ist sinnvoll, zunächst nur
kleine Mengen oder nur die Pigmente zu mischen, um das Farbergebnis zu testen.
Pastellfarbener Lidschatten
Die Transparenz dieses Lidschattens variiert mit der Menge des Titandioxids:
je mehr, desto deckender. Er wird wie der Puder hergestellt.
Tipp: Die Masse kann im Kühlschrank verwahrt werden und je nach Bedarf erneut eingeschmolzen und mit je 1 Msp. Pigmente pro Stift vermischt werden. So kann die Farbe nach Belieben variiert werden.