Besonders Bade- und Duschzusätze lassen sich leicht und günstig selber
herstellen. Dies kann ganz leicht mit Zutaten aus "Küche und Kühlschrank"
oder mit "professionellen" Wirkstoffen geschehen. Je nach Geschmack
und Stimmung kann die Küche oder der Rohstoffvorrat geplündert werden.
Es gibt fast nichts Einfacheres, als Badezusätze selber herzustellen. Der
Phantasie sind in Wirkstoffen und Düften keine Grenzen gesetzt.
Da ein Bad für gewöhnlich länger dauert, als eine schnelle Dusche,
ist die Haut länger mit den Badezusätzen in Kontakt. Zudem wird die
Haut bei einem längeren Bad aufgeweicht, so dass ungesunde Zusatzstoffe besonders
schädigend wirken können. Daher sollte hier unbedingt auf milde Rohstoffe
geachtet werden.
Sahne und Öl pflegen die Haut und machen sie geschmeidig. Je nach Hauttyp erübrigt sich sogar das Eincremen nach dem Bad. Die ätherischen Öle können medizinische oder aber auch nur angenehme Wirkungen haben. Das bestimmt sich je nach Öl.
ca. 50 ml Schlagsahne
ca. 1 EL Öl (z.B. Olivenöl, Walnussöl oder Mandelöl)
ca. 1 TL Tensid oder herkömmlicher Badezusatz (als Emulgator)
einige Tr. ätherisches Öl (z.B. Lavendel)
Öl in Sahne geben und gut umrühren. Mit dem Badezusatz zu einer homogenen
Masse rühren. Der Badezusatz kann auch weggelassen werden. Dann verbinden
sich Öl und Sahne aber nicht so gut, bzw. es muss sehr kräftig gerührt
werden. Das ätherische Öl kann nach Belieben hinzugefügt werden,
muss aber nicht.
Statt Sahne können auch ca. 100 ml Milch verwendet werden.
Statt Öl (oder zusätzlich) kann noch ein EL Honig hinzugegeben
werden.
Es geht auch ohne Seife. Dann verbinden sich Öl und Sahne allerdings nicht
so gut, bzw. es muss sehr kräftig gerührt werden. In diesem Falle kann Mischung
auch nur mit der Brause verteilt werden.
Rückfettendes Schaumbad
Dieses Schaumbad sollte sehr gering dosiert werden. Mit der Brause aufgeschäumt
entwickelt sich ein recht feinporiger Schaum. Vor allem mit Salz angedickt, lässt
sich so (vielleicht mit etwas Lebensmittelfarbe?) ein tolles und hautverträgliches
Bad für die Kleinen herstellen.
Dosierung: Nicht mehr, als ein paar Spritzer!
Das Zitronensaftkonzentrat oder Kalweg, falls der Ph-Wert über 5 ist, weil ansonsten das Rewoderm nicht richtig andickt.
Rewoderm unter Rühren langsam hinzufügen, damit es nicht klumpt.
Die Äth. Öle erst ganz am Ende kurz vor dem Abfüllen hinzugeben,
damit sie sich nicht verflüchtigen.
Tipp: Man kann Wasser und Rewoderm auch weglassen, und statt des Rewoderm
noch 25 g Betain (also insgesamt 50 ml) zugeben und das Schaumbad entsprechend sparsam
dosieren. Allerdings ist der Badezusatz dadurch wesentlich dünner. Am Besten in eine Spritzflasche geben.
Tipp: Wegen des Zetesols kann man den Badezusatz auch mit Salz andicken. Dazu Rewoderm weglassen und eine Priese Salz hinzufügen. Etwas warten, bis die Masse andickt. Aber Vorsicht! Nicht zu viel Salz nehmen, da der Badezusatz sonst schnittfest wird.
Tipp: Guarkernmehl eignet sich ebenfalls als Verdicker. Wer auf Rewoderm verzichten möchte, stellt mit dem Wasser und ca. 4-5 g Guarkernmehl ein Gel her und fügt dieses der fertigen Mischung aus Tensiden etc. hinzu. Am Besten das Guarkernmehl langsam unter kräftigen Rühren (am Besten mit Mixer) in das Wasser einstreuen, damit es nicht klumpt.
Tipp: Nach Herstellung der Grundmischung
kann diese sehr gut in mehrere kleine Fläschchen umgefüllt werden
und mit ver-schiedenen Ölmischungen experimentiert werden. Mehr als 10-20
Tropfen je 100 ml sollten es aber nicht sein. So kann man seine Lieblingsmischung
finden. Nicht vergessen, die Zutaten aufzuschreiben!
Tipp: Für Kinder unter sechs Jahren
sind besonders folgende ätherischen Öle nicht geeignet:
Kampher, Pfefferminze (zum Baden wegen des starken Kühleffekts auch für
Erwachsene nicht geeignet), Ackerminze (japanisches Heilpflanzenöl),
Eukalyptus und Thymianöl.
Gut geeignet sind dagegen Lavendel
und Geranie in geringen Dosierungen.
Generell sollte mit ätherischen Ölen bei Kindern sehr vorsichtig
und sparsam umgegangen werden.
Beispiele für Ölmischungen
Je nach Öl erhält man ein:
- Entspannungsbad (z.B. Lavendel, Bergamotte),
- Erkältungsbad (z.B. Eukalyptus, Rosmarin, Salbei, Kiefernadel usw.),
- belebendes Bad (Rosmarin, Thymian - sehr sparsam!!), oder
- eins, das einfach nur gut riecht (Geranie und Zitrone bringen den Frühling ins
Bad).
Badevergnügen mit Kräutertee
Hier noch ein Tipp für alle, die Kosmetik für den kleinen Geldbeutel mit Zutaten aus der Küche herstellen möchten.
2-3 (oder mehr, je nach Geschmack) Teebeutel Kräutertee entweder
direkt ins Badewasser oder
mit heißem Wasser übergießen und dann alles (Beutel und Tee,
oder nur den Tee)
direkt in die Badewanne geben und einfach drin lassen, bis das Wasser eingelaufen ist.
Vorsicht: Die nassen Beutel gehen leicht kaputt, also behutsam anfassen!
Tipp: Sehr gut dafür eignen sich "Gesundheitstees", wie Erkältungstee, Schlaftee (Baldrian kann auch im Badewasser sehr beruhigend wirken), Hustentee, oder einfach nur Hagebutten-/Malventee, der das Wasser schön rot färbt.
Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aber auch hier gilt, langsam ausprobieren, weil insbesondere der in einigen Tees enthaltende Thymian reizend wirken kann. Für Kinder sollten auch Badetees nur sehr vorsichtig verwendet werden.
Natürlich haben solche Teebäder längst nicht die Wirkung, wie ätherische
Öle in Badezusätzen sie haben. Dafür sind sie aber in fast jedem
Haushalt vorhanden und es tut einfach nur gut, sein Badewasser ein wenig mit gesundheitsfördernden
Zutaten aufzupeppen.
An dieser Stelle noch ein Hinweis auf das Sahnebad, das wunderbar mit dem Teebad kombiniert werden kann. Hier aber zuerst den Tee in das Badewasser geben und die Sahne erst ganz am Schluss.
Bei der selbstgemachten Kosmetik gibt es keinen Grund, warum das Shampoo nicht
auch als Duschgel verwendet werden könnte. Da hier Stoffe, wie Silikone,
künstliche Festiger, PEGs usw. nicht enthalten sind, sind selbstgemachte
Shampoos hervorragend zur Körperpflege geeignet.
Solche 2-in-1 Produkte sind sehr praktisch, vor allem für Unterwegs.
Tipp: Da das Haarguar
nicht nur als Pflegestoff dient, sondern auch die Mischung etwas bindet, braucht
nicht darauf verzichtet werden. Wer nur einen Duschzusatz herstellen möchte,
kann das Haarguar komplett
gegen Guarkernmehl
oder Rewoderm austauschen.
Erst ganz normal Duschen.
Dann mit Mandelöl einreiben, kurz einwirken lassen und lauwarm abduschen.
Nicht mehr einseifen! Das Mandelöl bleibt als leichter Film auf der Haut und ersetzt das anschließende Eincremen.
Öle bei trockener Haut
Verschiedenste Haut- und Massageöle können nach dem Duschen bzw. Baden statt Körperlotionen direkt auf die feuchte Haut aufgetragen werden. Danach die Haut trocken tupfen. Wirkt Wunder.
Alternative aus der Ayurveda:
Täglich vor dem Duschen komplett mit aufbereitetem (einmal aufkochen lassen)
Sesamöl einreiben, also vom Kopf angefangen (inklusive der Haare!) bis zu
den Füßen. Danach kann das Öl abgeduscht werden. Hier ist also
nur die Reihenfolge umgekehrt, soll aber aufgrund der Kombination Öl/Wasser
trotzdem sehr gut funktionieren.
Pflege-Öl
Dies ist ein sehr leichtes Rezept, das erstaunlich effektiv ist.
Anwendung: Nach dem Duschen oder Baden direkt auf die feuchte Haut geben und einmassieren. Durch das Wasser, das noch auf der Haut ist, bildet sich eine Emulsion, was man daran erkennt, dass sich ein milchiger Film bildet.
Zur Massage kann jedes Öl verwendet werden. Hier kommt es ganz auf den persönlichen
Geschmack an. Mit ein paar Tropfen
ätherischem Öl nach Wahl angereichert, wird jedes Öl zu einem Genuss.
Tipp: Einige Öle, wie z.B.
kaltgepresstes Weizenkeimöl und Olivenöl haben einen recht starken Eigengeruch, den nicht
jeder zur Massage mag. Daher vorher unbedingt eine kleine Menge testen!
Massageöl gegen Cellulite
3 Handvoll frische Efeublätter in
1 Liter Weizenkeimöl
ansetzen. Zwei bis drei Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen, dann abseihen. Das Öl auf ca. 40 Grad erwärmen und zwei Esslöffel Honig darin verrühren. Abkühlen lassen und in kleine Fläschchen füllen.
Wohlfühltipps
Man kann ein paar Spritzer Rosenwasser in das Badewasser geben. Zusätzlich echte Rosenblüten im Badewasser steigern das Wohlbefinden und regen die Sinne an.
Für zarte Haut eignet sich hervorragend Molke. 1/2 l Molke ins Badewasser geben - macht samtzarte Haut.
Geschmeidige Haut bekommt man, wenn man in das Badewasser einen großen Becher warme Milch, gemischt mit einem Esslöffel Honig, gibt.
Eine Tasse Meer- oder Himalajasalz im Badewasser wirkt wie ein Ganzkörperpeeling.
Weiche Haut bekommt man, wenn man einen Liter Milch und 3 Esslöffel Öl ins Badewasser gibt.